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Wieringen

Zwanzig Kilometer östlich von Julianadorp aan Zee (Julianadorp am Meer) liegt die ehemalige Insel Wieringen. Dadurch am 31. Juli 1924 das „Amsteldiep” zusammen mit dem „Ulkediep” abgeschlossen wurde, ist an der Existenz von Wieringen als Insel ein Ende gekommen. Die Landschaft von Wieringen kennzeichnet sich mit Landschaftsformen aus der vorletzten Eiszeit (Saalien) und die letzte Eiszeit (Weichselien).

 

Wieringen Julianadorp aan Zee

 

Orten und Ortschaften

Auf Wieringen liegen zehn Orten und Ortschaften: De Haukes, Den Oever, Hippolytushoef, Oosterklief, Oosterland, Smerp, Stroe, Vatrop, Westerklief und Westerland. Hippolytushoef ist das größte Dorf, gefolgt von Den Oever. Die Dörfer und Ortschaften von Wieringen gehören zur Gemeinde „Hollands Kroon”.

Eiszeitlandschaft 

Die Landschaft von Wieringen ist wunderschön und unterscheidet sich enorm zur Polderlandschaft worin sie eingebettet ist. Die Polderlandschaft ist flach, während die Landschaft von Wieringen geneigt und hügelig ist. Überall auf Wieringen findet man noch Spuren der zwei verschiedenen Eiszeiten.

Silberschatz von Westerklief 

Die Ortschaft Westerklief wurde in 1996 auf spektakuläre Weise bekannt in der Zeitung und am Fernsehen. In einer der Wiesen von Westerklief hat man nämlich einen wirklichen Silberschatz gefunden. Dieser Silberschatz von fast zwei Kilogramm besteht aus Silbermünzen, Schmuck und Silberstangen. Der Silberschatz von Westerklief kann man sich heutzutage anschauen ins „Rijksmuseum van Oudheden” (Reichsmuseum von Altertum) in Leiden. Der Silberschatz war den Beweis dafür dass im 9. Jahrhundert Wieringen eine Weile eine Ausfallbasis für dänische Vikingen gewesen ist. Nicht viel später wurden in dem Gebiet noch ein paar kleinere Silberschätze gefunden und das macht diese Annahme noch realistischer.

Wieringen … damals und jetzt     

Die wahrscheinlichste Erklärung für den Namen ‘Wieringen’ ist daß dieser dem altfriesischen Wort ‘Wir’ entstammt, das ‘Höhe’ bedeutete. Der älteste Teil der ehemaligen Insel besteht aus eiszeitlichen Geschiebeleböden, Sandböden bedeckt, die hoch oberhalb des Meeres-spiegels liegen und während der vorletzten Eiszeit entstanden sind (Rißeiszeit). Die vielen Findlinge auf Wieringen zeugen noch von dieser Zeit. Am Anfang der Zeitrechnung war Wieringen in eine riesige Moorlandschaft gebettet, die sich über große Teile des heutigen Nordholland, wie auch über die spätere Zuidersee, ausstreckte. 

Großes Moorgebiet

Bodenuntersuchung hat ergeben, daß nach anfänglichem Moorbewuchs mit Schilfrohr und Riedgras ein großes Moorgebiet entstanden war, das aus Torfmoos, heide und Wollgras bestand, und woraus Wieringen als trockene Insel emporragte. Diese Teile zwischen Wasser und Moorsträuchern sollen sehr gut bewohnbar gewesen sein und waren reich an natürlichen Nahrungsquellen.

Herum bewohnt

Fest steht, daß Wieringen um das 10. Jahrhundert herum bewohnt war, und von ‘Strude’ (dem heutigen Stroe) und Alvitlo (dem heutigen Elft in Hippolytushoef) die Rede war. Beide Namen weisen auf Bewuchs mit dichten Sträuchern und einen offenen Raum im Wald hin. Es ist fast sicher, daß der Name ‘Den Oever’ aus der Zeit datiert, daß nur der nord-östliche Teil von Wieringen an der See, d.h. an eine zum Meeresarm vergrößerten Vlie, grenzte, die zwischen den damaligen Texel und Vlieland in die Nordsee strömte. 

Sturm

Während der durch Sturm verursachten Katastrophe um 1170 nach Christus, beim Durchbruch des sog. Heersdiep in der Küste zwischen Huisduinen und Callantsoog, sind große Teile des Landes der See preisgegeben. 

So u.a. Balgzand und der Anna-Paulowna-Polder (der 1845 wieder eingedeicht wurde). Hiernach erst ist das Marsdiep als Flußmündung in die offene See entstanden, und wurde das ‘Wiringherlant’ vom Wasser umspült. Wieringen war Insel geworden. Noch heutzutage gehen auf Wieringen die geschichten über eine ertrunkene Stadt ‘Grebbe’ um, aufgrund der Tuffstein-Fünde auf dem Balgzand. Daß es in dem ertrunkenen Gebiet um Wieringen einige agrarische Niederlassungen (Dörfer) gegeben hat, ist viel glaubhafter. Wahrscheinlich hat eines der Dörfer an der Nordseite von Wieringen den Namen ‘Grebbe’ getragen. 

Eine der ältesten Spuren eines Versuchs, das Land vor der See zu schützen, ist der alte Wierdeich von De Haukes nach Den Oever. Dieser Deich is aus Seegras gebaut, nach einer im 14. jahrhundert in Schwang gekommenen Methode. Neben Versuche, das niedrige Land zwischen den Erhebungen trocken zu halten, ist auch immer versucht worden, neues Land zu gewinnen. 1846 Wurde der Polder Waard-Nieuwland eingedeicht. Diese Deiche haben nach vielen Fehlschlägen längere oder kürzere Zeit stand-gehalten. Bis zum Eindeichen der Zuidersee, aber vor der Feldbereinigung, war die Besiedelung auf die höherer Böden beschränkt. Straßen wurden zu Sackgassen oder gingen in Karrenspuren über, sobald die Grenze zwischen Oberwall und Deichvorwald erreicht worden war.

Alte Karte

Auf einer alten Karte aus dem 16. Jahrhundert sieht man Wieringen noch an einer Grote Vlie liegen, die in die Nordsee mündete. Durch die Feldbereinigung sind die niedrigeren Teile besser nutzbar gemacht worden, was nicht zur Folge gehabt hat, daß das historisch gewachsene Besiedlungsmuster sich geändert hat. Von den alten Siedlungsstätten fallen zwei, nämlich Hippolytushoef und Den Oever, durch ihren größeren Wachstum deutlich auf. Daneben gibt es die Orte Oosterland, Westerland und De Haukes. Neben den Dörfern trifft man folgende Weiler an: Dam, Noorderbuurt, Normer, Den Hoelm, Polder Waard-Nieuwland, Vatrop, de Heid, Gest, Oudgest, Smerp, Stroe, Noordburen, Zandburen, Elft, Oosterklief, Westerklief, De Belt en Hollebalg.

Die Einwohnerzahl liegt schon seit Jahren um 8.300. Die Gemeindefläche beträgt zirka 3400 Hektar, wovon 2271 Hektar als Kulturboden gebraucht werden. Für Ackerbau werden davon 29% und für Grasland 71% gebraucht. Wieringen war 1925 infolge der Eindeichung des Amsteldieps und 1930 durch den Bau des östlichen Wieringermeerdeiches nach Medemblik keine Insel mehr. Der Abschluß der Zuidersee, der 1926 angefangen und 1932 durch den Abschlußdeich von Den Oever nach Zürich vollendet wurde, verband Wieringen  und dadurch auch Nordholland mit dem friesischen Festland. 1982 wurde dies mit vielen Festlichkeiten um den Deich gefeiert. Durch die günstige Lage (Staatstraßen A7 en N99) und die reizende leicht hügelige Landschaft entwickelt sich Wieringen immer mehr als Wohn- und Erholungsgemeinde. 

Alles in allem kann man sagen, daß Wieringen nicht jenem Nordholland gleicht, das die meisten kennen. Hier trifft man eine leicht hügelige Landschaft an, und wo in der weitere Provinz die Tausende von Gräben und Kanälen das Landschaftbild bestimmen, fehlen gerade diese auf Wieringen. Die schmalen Schlängelwege werden auf Wieringen von Hagedornhecken umsäumt, und die Bauernhöfe gehören zwar der Gülfhausfamilie an, fallen aber auf durch eine einzige, hole, hölzerne Fassade. Die Form dieser Höfe kommt sonst nirgendwo vor. Idem man sie unter Denkmalschutz stellt, wie auch durch inhre Restaurierung, wird eine Anzahl für die Zukunft erhalten bleiben.  

Kirchen

Wieringen zählt 3 kleine Kirchen mit Romanischen Einflüseen, in Westerland, Oosterland und Hippolytushoef (gerade restaureert). Die Kirche in Hippolytushoef wird regelmaßig für Konzerte gebraucht, während in den kleinen Kirchen von Westerland und Oosterland viel auf kulturellem Gebiet gemacht wird (siehe Verantstaltungen).

Ferienparks auf den niederländischen Wattinseln (Westfriesische Inseln):

 

Westfriesische Inseln

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